Wer hätte gedacht, dass es nach meinem Erlebnis im Lindner Congress Hotel noch schlimmer kommen könnte. Aber eigentlich hätte es mir ja klar sein müssen, denn hier greift Regel #1: schlimmer geht’s immer.

Bereits kurze Zeit später sind mein Kollege mit dem tollen Job Title und ich wieder für einen beruflichen Termin nach Düsseldorf gereist. Und da das wunderschöne Radisson Blue Media Harbor leider erneut ausgebucht war, haben wir uns selbst auf die Suche nach einem Hotel gemacht. Ein Design-Hotel sollte es dieses Mal sein. Aber auch über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – womit wir bei Regel #2 angelangt wären. Wir haben uns nach langem hin und her für das Stage47 entschieden, das eigentlich ganz gute Kritiken bei TripAdvisor hat. Aber hier greift dann wohl Regel #3: die Masse entscheidet nicht immer Weise. Das Hotel gehört jedenfalls zu dem schlechtesten, was ich bislang auf Reisen erlebt habe, so viel sei vorweg gesagt. Doch nun zu den Details.

Das Stage47 verfolgt das zweifelhafte Konzept von Promi-Zimmern. Wer wie ich “Glück” hat, darf daher unter einem 3×3 Meter großen Portrait von Urban Priol schlafen, sofern bei diesem Anblick überhaupt noch an Schlaf zu denken ist.

 

Mein Kollege hat Johanna von „Das bisschen Haushalt“ Koczian erwischt, leider jedoch nicht einmal in jungen Jahren, sondern in deutlich fortgeschrittenem Alter, so dass er bei jedem Blick nach oben an seine Mutter erinnert wurde. Na dann gute Nacht und süße Träume… Mit dem Portrait-Foto hat sich das Konzept der Promi-Zimmer dann aber auch schon erschöpft. Eine individuelle Einrichtung, spezielle Gegenstände mit Bezug zu der jeweiligen Person: Fehlanzeige. Stattdessen wurde das Konzept munter mit 2 weiteren Ansätzen vermischt. Getreu nach dem Motto: viel hilft viel (Regel #4). Vereinfacht gesagt, könnte man sagen, dass hier KARE Design auf Landhaus-Stil trifft. Metall-Tische und Metall-Vasen wurden mit schwarzen Stofftapeten mit floralem Muster und hellen Naturholzmöbeln kombiniert. Von dem Ergebnis überzeugt Ihr Euch am Besten selbst – hier fehlen mir wirklich die passenden Worte. Meinen ersten Reflex (schreien und ganz schnell weglaufen) konnte ich jedenfalls nur mit Mühe unterdrücken.

Weniger Muster ist manchmal einfach mehr:

Und auch hier entkommt man dem strengen Blick von Urban Priol nicht:

Um das Bild abzurunden, Details machen schließlich den Unterschied  (Regel #5), wurde ich in meinem Zimmer von einem Stoff-Frosch mit I Love You Herz begrüßt, der nicht mal von seinem Preisschild befreit wurde.

Geschmack hin oder her, das ist für mich eindeutig ein Zeichen mangelnder Aufmerksamkeit sowie Ignoranz und in der Dienstleistungsbranche damit ein absolutes no go.

Und auch bei der Einrichtung zeigt sich die fehlende Liebe zum Detail – oder was macht das Bügelbrett unverkleidet an der Wand:

Aber jetzt habe ich auch genug geschimpft. Das nächste Mal ist wieder ein schönes Hotel an der Reihe, denn davon gibt es genug. Man muss sie nur finden. Und falls jemand einen Tipp für ein richtig gutes Hotel in Düsseldorf hat, dass optimaler Weise auch noch bezahlbar ist: immer her damit. Vielleicht komme ich ja mal wieder in die Gegend…

PS: Für alle Nicht-Münchener: KARE ist ein Möbelhaus in München mit zum Teil sehr netten, zum Teil etwas fragwürdigen Design-Vorstellungen 😉

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